Outdoor bouldern – So funktioniert’s

Outdoor bouldern - So funktioniert's
Beim Bouldern klettert man ohne Absicherung

Eigenartige Gestalten durchstreifen zuweilen die Wälder. Sie tragen auf dem Rücken eine Matratze. Diese Gestalten suchen dabei nur einen Platz, um outdoor bouldern zu können.

Was bedeutet bouldern?
Das Bouldern, also das Klettern ohne Seil in Absprunghöhe, hat sich kontinuierlich als eigene Disziplin des Sportkletterns entwickelt. Der Begriff leitet sich von englisch boulder, also (Fels-)Block, ab. Im berühmten Bouldergebiet Fontainebleau kletterten Einheimische schon um 1900 an den Felsklötzen herum. Geprägt und bekannt gemacht hat es seit den 1950er Jahren vor allem der Amerikaner John Gill, der auch das Magnesia ins Klettern einführte. In Deutschland wurde vor allem Wolfgang Fietz als Boulderpionier bekannt.

Wie funktioniert diese Sportart?
Anders als beim Sportklettern ist man beim Bouldern ohne Sitzgurt, Seil und Zwischensicherungen unterwegs. Ziel ist nicht, ein Felsmassiv von unten nach oben zu durchsteigen, sondern auf manchmal sehr engem Raum eine möglichst schwierige Abfolge von Tritten und Griffen zu kombinieren. Verletzungen verhindern soll das Crashpad, die transportable Matratze, und ein Partner oder eine Partnerin, die den Stürzenden spotten, also den Aufschlag neben dem Crashpad verhindern. Mit einer alten Zahnbürste lassen sich kleine Griffe und Tritte reinigen, das Magnesia absorbiert den Schweiß an den Händen.

Hohes Überlastungsrisiko und Verletzungsrisiko
Bouldern ist eine eigene Disziplin im Kletterweltcup. Die Wettkämpfe werden an Kunstwänden mit Klettergriffen ausgetragen. Auch an den Kunstwänden geht es vor allem um ein spezifisches Problem und so sind, wie am Fels in der Halle, Startgriffe und Zielgriffe definiert. Verschärft werden kann die Route durch einen Sitzstart, bei dem das Gesäß als letztes Körperteil den Boden verlässt. Ohne das Risiko eines gravierenden Sturzes lassen sich beim Bouldern persönliche Leistungsgrenzen austesten und die Maximalkraft trainieren. Die hohe Belastung durch die kleinen Klettergriffe und oft überhängenden Routen steigern allerdings auch das Überlastungsrisiko und Verletzungsrisiko an Gelenken und Sehnen.

Das Bouldern ist eine intensive Sportart
Bouldern ist gesellig, intensiv und kraftraubend – eine Kombination, die in den letzten Jahren zahlreiche neue Anhänger gefunden hat. Mit der Ruhe in den Wäldern ist es für die Felsblöcke an vielen Orten deshalb inzwischen vorbei.

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