Trockenfleisch – Bei den Eskimos und Indianern abgeschaut

Fisch und Fleisch können Sie auch unterwegs trocknen
Fisch und Fleisch können Sie auch unterwegs trocknen

Getrocknetes Fleisch ist seit Jahrhunderten bekannt. Bereits für die Indianer war getrocknetes Rohfleisch ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Und auch Dörrfisch wird seit ewigen Zeiten hergestellt. Einige Völker trocknen noch heute enorm viel Lachs als hochwertigen Winterproviant. Möchten Sie auch einmal Fleisch trocknen, sollten Sie darauf achten, dass es mager ist. Die hierfür beliebtesten Fleischarten sind Lendenstücke von Rind/Kalb oder Wildfleisch. Sie können sogar dünne Buletten trocknen! Aber Achtung: Halten Sie es nicht kühl, wird Fett bei längerem Lagern ranzig.

Trockenfleisch herstellen
Man erhält aus ungefähr vier Kilogramm Frischfleisch ein Kilogramm Trockenfleisch. Das Fleisch sollten Sie in ca. ½ cm dicke Streifen schneiden. Sie können es dann mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen oder über Nacht in einen Gewürzsud einlegen. Diese Veredlung bietet sich an, wenn das Fleisch als Snack gedacht ist. Als Hauptnahrungsmittel sollten Sie es nur leicht würzen, da es ansonsten zu salzig oder zu scharf werden kann. Sie können das Fleisch zusätzlich verfeinern, indem Sie es vor dem Trocknen kurz räuchert.

Das Fleisch sollten Sie nun im Ofen oder im Dörrautomat bei einer Temperatur zwischen 60 und 70 Grad Celsius trocknen. Während des Trocknens ist es ratsam, dass Sie das Dörrgut mit Papiertaschentüchern bedecken. Dadurch wird auslaufendes Fett aufgesaugt. Der Trockenvorgang ist beendet, wenn das Fleisch schwarz, ledrig, hart oder sogar brüchig ist.

Fische trocknen
Beim Trocknen von Fischen kommt es auf die Größe an. Große Fische müssen Sie zerkleinern. Sie sollten Sie filetieren und in Streifen schneiden. Die Haut brauchen Sie nicht entfernen, da durch sie die Streifen besser zusammenhalten und auch das darunter liegende Fischfett erhalten bleibt. Bei kleinen bis mittelgroßen Fischen ist es vollkommen ausreichend, wenn Sie sie der Länge nach zerschneiden.

Fleisch unterwegs trocknen
Fisch und Fleisch können Sie auch unterwegs trocknen. Voraussetzung hierfür ist ein trockenes, warmes Wetter und Sonnenschein. Das Fleisch müssen Sie in dünne Streifen schneiden und an eine Leine hängen. Durch ein Schwelfeuer vertreiben Sie Fliegen und auch das Aroma des Fleisches wird um ein Vielfaches verbessert.

Kleine Tiere können Sie im Ganzen trocknen. Sie müssen nur die Wirbelsäule so brechen, dass Sie das Tier flach ausbreiten können. Ist es getrocknet, dann sollten Sie es mit einem schweren Gegenstand abklopfen, damit die Knochen kaputt  gehen. Danach müssen Sie das Tier erneut in die Sonne hängen, damit nun auch das Knochenmark trocknet.

Aufbewahrung und Haltbarkeit
Trockenfleisch und Trockenfisch werden genau wie Dörrobst und –gemüse aufbewahrt. Da hier aber immer ein gewisser Rest an Fett bleibt, sollten Sie es nicht zu lange vor dem Start des längeren Ausflugs trocknen. Sie können es aber auch kühl lagern bzw. einfrieren.

Trockenfisch ist länger als ein Jahr haltbar, wenn Sie ihn trocken lagern. Dörrfleisch und –fisch können Sie entweder pur essen oder aber auch während des Trips an der Glut rösten. Sie können es auch in Wasser einweichen, kochen oder als Suppeneinlage verwenden – der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

3 Kommentare

  1. Trockenfleisch lohnt sich mehr bei längeren Wanderungen, als für den häuslichen Gebrauch. Somit kann man wichtige Vitamine und Eiweiß bei Outdoor Aktivitäten gewinnen! Ein tolles Verfahren um Fleisch auch länger haltbar zu machen.

  2. @Chris: kann mich dir nur anschließen. Auch wenn’s hier und da zum snacken auch lecker ist, nehme ich Trockenfleisch hauptsächlich auf Bergtouren mit. Mein Favorit: Jack Link’s Beef Jerky Sweet & Hot. Ein Traum!

  3. Ich habe mir mal Trockenfleisch gekauft und dachte damit gut für den Schwedenurlaub gerüstet zu sein. Problem war nur, dass das Trockenfleisch Glutamat enthielt, so dass mein Magen Kapriolen geschlagen hat.

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Foto1: © Meditations – pixabay